Feuerbestattung im Christentum und anderen Religionen

Dass die Feuerbestattung im katholischen Glauben früher als schändlich betrachtet wurde, hat der eine oder andere schon im Religionsunterricht gehört, aber wie stehen die anderen Religionen dazu?

Dass die Feuerbestattung im katholischen Glauben früher als schändlich betrachtet wurde, hat der eine oder andere schon im Religionsunterricht gehört, aber wie stehen die anderen Religionen dazu?

 

Erdbestattung oder Feuerbestattung im Christentum und den anderen Religionen?

Eine Bestattung ist eine tief verwurzelte und ethische Angelegenheit eines Volkes oder einer Ideologie. So liegen die Unterschiede allein schon in der regional begründenten Religionszugehörigkeit. In den verschiedenen Kulturen beziehungsweise Religionen bestehen unterschiedliche Traditionen im Umgang mit den Verstorbenen, sie zu bestatten und zu betrauern.
„Andere Länder – andere Sitten“. Das trifft auch für die Tradition der Bestattung zu. Während einige Religionen ein Verbrennen des Körpers sogar vorsehen, werden in anderen Religionen die Toten unter der Erde begraben. Die Einäscherung des Körpers eines Verstorbenen ist jedoch in vielen Kulturen bekannt und gebräuchlich.

Die Feuerbestattung im Christentum

Die Feuerbestattung wurde im Christentum ursprünglich abgelehnt. Denn im christlichen Glauben wird klar gesagt, dass der menschliche Körper nach dem Leben eine Rückwandlung erfahren soll: Von Erde genommen, soll er wieder zu Erde werden. Der Körper sollte für die Auferstehung von den Toten „aufbewahrt“ werden. Deshalb wird der tote Körper des Menschen der Erde übergeben, wo er zu dem Material zerfällt, von dem er genommen worden war. Darüber hinaus erinnert diese ursprüngliche christliche Praxis der Erdbestattung an die Grablegung Jesu Christi.

Zudem galt lange Zeit eine Verbrennung des Körpers als schändlich. Bekanntestes Beispiel sind die Hexenverbrennungen. Dennoch gibt es im Christentum keine zwingenden oder schriftlichen Vorschriften zur Bestattungsform. Die christliche Bestattungskultur steht als ein „Werk der Barmherzigkeit“ – vor allem im Hinblick darauf, die Würde der Toten zu achten und zu wahren. Die evangelische Kirche akzeptierte die Einäscherung bereits in den 1920er Jahren. 1963 gab auch das Heilige Offizium der Kremierung statt. Dadurch ist heute eine Feuerbestattung für Christen grundsätzulich gestattet – es sei denn, sie sind streng katholisch oder orthodox.

Was sagen Judentum und Islam zur Einäscherung von Toten?

Zwei der Weltreligionen – Judentum und Islam – verbieten die Einäscherung des verstorbenen Körpers grundsätzlich. Im Judentum sind nur Erdbestattungen erlaubt. Der tote Körper soll – wie ursprünglich im Christentum auch – in den Zustand zurückkehren, aus dem er kam und wieder zu Erde werden. Auch im Islam ist eine Erdbestattung zwingend vorgeschrieben. Eine Einäscherung ist nicht gestattet, da der Verstorbene im Jenseits „vollständig“ vor Gott treten soll.

Im Hinduismus ist die Feuerbestattung selbstverständlich

Im Hinduismus (vorrangig in Indien) ist die Feuerbestattung die übliche Bestattungsform – allerdings ohne einheitliche Rituale. Diese hängen davon ab, welchen Rang ein Hindu hatte und wo er lebte. Es ist heute noch bei vielen Hindus üblich, den Toten auf einem Verbrennungsplatz in der freien Natur zu verbrennen. Der Verstorbene wird vom (erstgeborenen) Sohn an der Grabstätte auf gereinigten Boden gelegt. Dieser entzündet auch das Feuer: Bei Frauen am Fußende, bei Männern am Kopfende. Wichtig hierbei ist, dass das Feuer geweiht sein sollte und möglichst aus einem Tempel stammt. Auch der alte Brauch, anschließend die Asche des Verstorbenen zurück an die Natur zu geben, gilt bis heute. Es ist üblich, die Asche nach drei Tagen entweder in den heiligen Fluss, den Ganges, oder in ein anderes, heiliges Gewässer oder das Meer zu verstreuen. In seltenen Fällen wird die Asche auch in der Erde vergraben.

Verbrennung der Verstorbenen im Buddhismus

Auch bei Buddhisten ist die offene Verbrennung eine gängige Variante. Auf diese Weise gelangt der Tote in transzendente Luft anstatt in die Erde. Doch der Buddhismus wird nicht überall gleich praktiziert, so sind auch die buddhistischen Bestattungsrituale sehr vielfältig und sogar von Land zu Land unterschiedlich.
Grundsätzlich messen die Buddhisten dem menschlichen Körper nicht viel Bedeutung bei – er ist nur eine Art Werkzeug. Buddhisten gehen davon aus, dass sich das Bewusstsein im Moment des Todes vom alten Körper trennt und sich schon an einen neuen bindet.
Nachdem der Leichnam drei Tage lang geruht hat (und nicht berührt wurde), wird er verbrannt. Anschliessend werden die Knochen aus der Asche herausgelesen und separat in turmartigen Gebäuden, den Pagoden, bestattet. Die restliche Asche wird in der Erde vergraben.

Diese Informationen haben wir u. a. bei Wikipedia.de undbei der ARD – „Aktion Schulstunde“ für Sie zusammengetragen.

Sie haben weitere Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter – Anruf genügt: 0 56 86 / 9 30 92 65

Einen Überblick über weitere Fragen und Antworten rund um das Thema »Einäscherung« finden Sie auch in der Rubrik »Häufige Fragen«.

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